Montag, 24. Januar 2022

Im Dorf im Sommer 2021

 

Blick in die Straße Im Dorf mit durchweg giebelständigen Häusern. Links das Gebäude Im Dorf 22, ein großes Wohn- und Geschäftshaus mit Optikus im Erdgeschoss. Danach folgt - nach der Einmündung der Mußmehlstraße - ein Dreiseithof mit Fachwerkgiebel postalisch Im Dorf 20 und anschließend das Betzinger Heimatmuseum.

BildeRTanzquelle Werner Früh

Sonntag, 23. Januar 2022

Reststrecke

 

Restliche Gleise der Gönninger Bahn unterhalb des Galgenbergs und kurz vor dem sog. "Gönninger Bahnhöfle" welches offiziell jedoch als Haltepunkt Betzingen bezeichnet wurde. Das Foto entstand im Jahr 2002.

BildeRTanzquelle Wolf-Rüdiger Gassmann

Samstag, 22. Januar 2022

Über 160 Jahre Bäckerei Tradition geht in Betzingen zu Ende

 Ende Januar 2022 schließt die Schwane ihre Pforten. Die Bäckerei, das Cafe und das Hotel wird es dann nicht mehr geben. „Es sind die letzten Mutscheln die ich backe“, meint Bäckermeister Rudolf Sauer mit etwas Wehmut in der Stimme. Es ist der Vorabend des Reutlinger Mutscheltages, das bedeutet Mehrarbeit in der Backstube für ihn und seinen Gesellen, der dort bereits seine Lehre gemacht und zwischenzeitlich 35 Jahre in der Schwane beschäftigt ist, ein noch früherer Arbeitsbeginn als ohnehin. Zudem werden sich im Cafe diverse Mutschelrunden einfinden. Wie unzählige Male zuvor in der langen Geschichte der Schwane.

Der Ursprung der Schwane geht auf das Jahr 1860 zurück. Im Februar diesen Jahres erhält Johannes Sauer, der Urgroßvater des heutigen Schwanen Betreibers seinen Meisterbrief im Bäckerei Handwerk und eröffnet eine Bäckerei und Wirtschaft im Wasen 4. Er betreibt sie zusammen mit seiner Frau Margarethe geb. Kurz. Diese Bäckerei Im Wasen befindet sich nur wenige Schritte entfernt vom heutigen Standort der Schwane. Der Platz, auf dem die Schwane etliche Jahre später entstehen sollte, war unbebaut und wurde von Johannes Sauer als Holzlagerplatz für seinen Backofen genutzt. Zudem betrieb er dort im Sommer eine Gartenwirtschaft.

 Im Januar 1900 wurde in der Steinachstraße 1 Holzlagerplatz und Gartenwirtschaft aufgegeben und die Bäckerei und Wirtschaft „Zum Schwan“ gebaut und im Dezember 1900 erstmalig eröffnet und vom jüngsten Sohn August Sauer und dessen Frau Christine geb. Leibßle über Jahrzehnte hinweg weitergeführt. August Sauer ist der Großvater von Rudolf Sauer.

 Infolge des Zweiten Weltkrieges wurde die Bäckerei von 1944 – 1948 an das Ehepaar Wolf verpachtet. In der Wirtschaft produzierte die Firma Walz.

 Nach der Heimkehr 1948 und nach einer Umschulung vom Schriftsetzer zum Bäcker übernimmt Fritz Sauer zusammen mit seiner Frau Helene geb. Kunberger im Jahr 1952 das Geschäft. Diese Umschulung war nötig geworden, weil der Zwillingsbruder, der eigentlich die Schwane hätte übernehmen sollen, nicht mehr aus dem Krieg zurückkehrte. Fritz Sauer führte die Schwane mit Cafe und Hotel bis 1984.

 Nach Ablegung der Meisterprüfung 1980 übernimmt Rudolf Sauer 1984 das Geschäft zusammen mit seiner Frau Andrea geb. Beddies. Das Bäckerhandwerk hat Rudolf Sauer in der Reutlinger Bäckerei Reicherter erlernt. Zudem ist er auch Konditor, gelernt hat er dieses Handwerk im Cafe Buck in Urach. 

 

 Die Schwane war mehr als „nur“ eine Bäckerei mit Cafe und Hotel. Sie war auch jahrzehntelang ein wichtiges Kommunikationszentrum in Betzingen. Der Stammtisch am Sonntagabend in der Schwane war für etliche enorm wichtig, hier wurden oft fundamentale Betzinger Angelegenheiten „verkartet“, regional und überregional politisiert, Meinungen und Ansichten ausgetauscht. Das Cafe stand auch für freudige, aber auch für traurige Anlässe für die Betzinger zur Verfügung. Manch „runder“ Geburtstag wurde dort fröhlich gefeiert, leider traf man sich auch oft genug für Zusammenkünfte nach Beerdigungen. Der Weg vom Betzinger Friedhof zur Schwane ist ja ein kurzer. 

 

                  

 Die Schwane war auch seit 1912, als die Reutlinger Straßenbahnlinie Reutlingen-Eningen eröffnet wurde, Endstation dieser Linie. Seit diesem Jahr wurden Monatsfahrkarten für die Straßenbahn in der Bäckerei Schwane verkauft. Zum 100-jährigen Jubiläum dieses Fahrkartenverkaufs installierte der Betzinger Straßenbahnexperte Wolf-Rüdiger Gassmann in den Schaufenstern der Schwane eine kleine Dokumentation  zu 100 Jahre Fahrschein Verkauf. Von 1912 bis 1967 wurden Monatskarten für die Straßenbahn verkauft, ab 1967 als die Straßenbahnlinie 1 nach Betzingen abgeschafft wurde, wurden dann in der Schwane Tickets für die Busse der RSV verkauft. Dies ist bis heute so geblieben und es wird wohl nicht sehr viele Monatskartenverkaufsstellen geben, die dieses Geschäft über 100 Jahre lang betrieben haben.

Offizielle Endstation der Straßenbahnlinie 1 war die Schwane allerdings gar nie, obwohl die Betzinger ausschließlich gesagt haben „wir fahren bis zur Schwane“ oder z.B. bei geplanten Albvereinsausflügen „wir steigen bei der Schwane in die Straßenbahn und fahren bis Eningen“. Der Endpunkt der Linie 1 hieß offiziell „Kirche“ und genau so stand es auch auf den Straßenbahntickets, denn Haltestellen durften nicht nach privaten Gebäuden benannt werden. Den Betzingern war das egal, für sie hieß die Endstation entgegen der offiziellen Bezeichnung stets „Schwane“.

So wie für das Fahrkartenjubiläum die Schaufenster der Schwane genutzt wurden, wurden auch mal andere nicht backwarenbezogene Dinge gezeigt. Rudolf Sauer, in seiner Freizeit begeisteter Modelleisenbahner, konnte dann auch schon mal eine tief verschneite Winterlandschaft mit Lokomotive und Waggons aufbauen. Ein Blickfang für Kinder und Kunden.

Das Kapitel Schwane endet zu Ende des Monats. Ebenso die vier Generationen lange Bäcker Dynastie der Sauers. Das Haus ist verkauft. Die genauen Pläne des neuen Besitzers kennen Rudolf und Andrea Sauer nicht, insbesondere nicht ob eventuell eine neue Bäckerei dort einziehen wird. Sehr viel müsste neu gemacht bzw. neu angeschafft werden, angefangen vom Backofen bis hin zu den Teigmaschinen. Wenn auch die weitere Nutzung des Hauses noch unklar ist, sicher ist, dass es als ortsbildprägendes Gebäude dem Stadtbezirk Betzingen erhalten bleibt und das ist gut so. Schwane, Bruck und Kirche, dieses Betzinger Ensemble gibt es in unzähligen Abbildungen, Malereien und Fotografien. Das soll auch weiterhin so bleiben.

 Und was machen die neuen Ruheständler Rudolf und Andrea Sauer, wenn die letzte Mutschel gebacken, die letzte Brezel geschlungen und im Laden der letzte Kimmicher und das letzte Brot und das letzte Stück Kuchen verkauft ist? Auf beide Neu-Rentner wartet erst mal eine Menge Arbeit, denn das neue Heim in den Betzinger Bruckäckern muss erst her- und eingerichtet werden. Wenn dies alles geschafft ist, könnten sich die beiden einen Urlaub vorstellen. Am liebsten in Form einer längeren Radreise.


BildeRTanzquelle Werner Früh


 


 

 

 

 

                                                                                                                         

Freitag, 21. Januar 2022

Festumzug Sängerschaft

 

Ein Festumzug der Betzinger Sängerschaft, der wohl in den 1930er Jahren stattgefunden hat. Als Aufnahmeort vermute ich die untere Quellenstraße kurz vor der Einmündung in die Steinachstraße. 

BildeRTanzquelle Sammlung Werner Früh

Donnerstag, 20. Januar 2022

In der Wannweiler Straße 1988

 

Blick in die Wannweiler Straße im Jahr 1988 auf die Fabrikgebäude der Firma Gustav Detzel. Hier befindet sich heute der Supermarkt LIDL.

BildeRTanzquelle Fritz Heid

Mittwoch, 19. Januar 2022

Trippelhaus in der Steinachstraße

 

An der Stelle der heutigen Kreissparkasse stand bis in die frühen 1950er Jahre hinein dieses typische Betzinger Bauernhaus mit Trippel, Stall und Scheuer. Links ragte noch ein wenig die Steinach Apotheke in das Bild, zwischen Apotheke und Bauernhaus sieht man noch die Fassade der alten Hoffmannschule.

BildeRTanzquelle Sammlung Werner Früh

Dienstag, 18. Januar 2022

Kinderhort Gmindersdorf

 

Der neu erbaute Kinderhort im Gmindersdorf um 1910. Auch heute noch wird dieses Gebäude in seiner ursprünglichen Funktion betrieben. Im Hintergrund sind noch Teile des halbkreisförmig angelegten Altenhofs erkennbar.

BildeRTanzquelle Sammlung Werner Früh

Montag, 17. Januar 2022

Leyrenbachbrückle

 

Brückle für Fußgänger und Radfahrer über den Leyrenbach. An dieser Stelle endet auch der Wilhelm-Laage-Weg und geht über in die Leyrenbachstraße. 

BildeRTanzquelle Werner Früh

Sonntag, 16. Januar 2022

Untere Steinachstraße in den 1980er Jahren

 

Ein sehr schönes Foto aus den 1980er Jahren in der Steinachstraße von Herbert Fuchs aufgenommen. Man sieht das Haus von Rechtsanwalt Leibssle, welches kurz vor dem Abriss steht. Der links am Haus befindliche Anbau, in dem ein kleines Schreibwarengeschäft untergebracht war, scheint bereits leer zu stehen. Wo das Haus mit der ockerfarbigen Fassade steht, befindet sich heute die Mühlenapotheke. Am linken Bildrand sieht man noch das ehemalige "Fabrikle", dahinter die Betzinger Mühle.

Heutige Situation:


 BildeRTanzquelle Herbert Fuchs

Samstag, 15. Januar 2022

Blick vom Galgenberg

Vom einstigen Aussichtspunkt auf dem Galgenberg auf Betzingen hinunter geblickt. Seit dem die B28, die "Stadtautobahn" zwischen Reutlingen und Tübingen gebaut wurde, ist dieser Aussichtspunkt nur noch recht umständlich erreichbar und somit auch ziemlich in Vergessenheit geraten. Als es die B28 noch nicht gab, führte das sog. "Zickzack Wegle" auf den Galgenberg hinauf.

BildeRTanzquelle Sigfried Braun
 

Freitag, 14. Januar 2022

An der Endstation 1967

 

An der Straßenbahn Endstation bei der Schwane im Sommer 1967. Ein Dreiwagenzug der Linie 1 nach Eningen steht vor dem Haus des Rechtsanwalt Leibssle in der Steinachstraße bereit zur Abfahrt. Das Foto entstand kurze Zeit vor der Stillegung der Betzinger Strecke, welche im September 1967 erfolgte. Von diesem Foto gibt es auch eine von Hand kolorierte Version vom Betzinger Straßenbahn Experten Wolf-Rüdiger Gassmann.

BildeRTanzquelle Wolf-Rüdiger Gassmann


Donnerstag, 13. Januar 2022

Hochzeitszug Im Dorf

 


Ein Hochzeitszug bewegt sich in der Straße Im Dorf Richtung Kirche, angeführt von insgesamt zehn "Brautfräulein" nebst ihren jeweiligen Begleitern. Im Hintergrund ist der Gasthof Ochsen zu sehen, daneben die Schreinerei und das Möbel- und Sarglager von Paul Digel. Leider liegen mir keine Informationen vor, wer in den Stand der Ehe getreten ist. Das Foto ist vermutlich in den 1920er Jahren entstanden.

BildeRTanzquelle Sammlung Werner Früh