Donnerstag, 17. Februar 2011

Betzinger V1 Tragfläche in Esslinger Garten?



















Vor drei Tagen kontaktierte mich Oliver N. aus Esslingen, der sich auf meiner Webseite über den Betzinger V1 Tragflächenbau informiert hatte. In seinem Garten liegt schon seit Jahrzehnten eine Tragfläche, welche sein Urgroßvater, der zu Kriegszeiten in einer Esslinger Metallwarenfabrik beschäftigt war, mit nach Hause brachte. Er wollte das Teil als Regenauffangbehälter nutzen und hat dies wohl auch gemacht. Der Uropa erzählte damals, dass es sich bei dem mitgebrachten Stück um einen V1 Flügel handeln würde. Der Urenkel Oliver N. wäre bereit, den Flügel den er selber nicht braucht, historisch interessierten Leuten oder einem Museum zu überlassen.



















Mit Walter Ott und Botho Walldorf haben wir zwei Blogger, die schon selber solche V1 Tragflügel entdeckt haben. Vielleicht können beide dazu ihre Meinung abgeben, ob es sich tatsächlich um eine V1 Tragfläche handeln könnte. Nach Begutachtung der Fotos, die Oliver gemacht hat und nach meinen - zugegebenermaßen nicht übermäßig großen V1 Kenntnissen - glaube ich es jedoch eher nicht, weil V1 Tragflächen etwas anders aussehen. Zumindest die mir bekannten.





















Der Flügel trägt noch eine rote Aufschrift, die jedoch nur noch zum Teil lesbar ist: .......flügel ME 1944. Mit ME wurde in Kriegszeiten immer die Fa. Messerschmitt abgekürzt. Die Augsburger Firma Messerschmitt produzierte meines Wissens nach in diesen Jahren auch in Nabern in einem Zweigwerk, welches nicht weit von Esslingen entfernt ist. Tragflügel baute Messerschmitt auch im nicht weit von Esslingen entfernten Engelbergtunnel, der damals für den Verkehr gesperrt wurde. Der Flügel könnte evtl. zu einem Messerschmitt Jagdflugzeug gehört haben. Kennt sich hier jemand aus?

Oder das Teil stammt tatsächlich aus der V1 Tragflügelproduktion? Es würde sich durchaus logisch anhören: Der Uropa arbeitet in einer Esslinger Metallwarenfabrik, die Rohlinge für die weitere Herstellung nach Betzingen schickt. War wohl so, dass die Firma Heim in Esslingen die Heim Zweigstelle in Betzingen mit Material versorgte. In diesem Fall wäre der Flügel für Betzingen von einiger Wichtigkeit -wenns denn überhaupt einer ist.

Kommentare:

  1. Ich lese das Wort "Kotflügel ME 194?"
    Ich glaube nicht, dass das Teil zu einer V1 gehört. Die V1 wurde von der Firma Fiseler konzipiert. Es wäre natürlich interessant, den ursprünglichen Verwendungszweck dieses Teiles herauszufinden.
    Gruß
    Walter

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  2. Kotflügel heißt es nicht. Ich frage mich auch, warum dieses Teil überhaupt beschriftet wurde. Musste das Pressteil für ein Hinweisschild herhalten?
    Gruß
    Walter

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  3. Hallo,

    ich bin der Besitzer o.g. Teils.
    Mein Großvater hatte das Teil nachträglich beschriftet um zu vermeiden, dass es - als Altmetall missverstanden - einmal entsorgt wird.

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